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3 Weitere Module Auch bei der sich anschließenden ASA-HIV/AIDS-Awarenesskampagne im Jahr 2004 konnten die Module und Strategien weiterentwickelt werden. Ein Beispiel hierfür soll im Folgenden vorgestellt werden: Wieso gibt es keine Medikamente? – Eine Erklärungsstrategie Während unserer Kampagne im Jahr 2004 wurden wir in den verschieden Dörfern und Schulen häufig mit ähnlichen oder gleichen Fragen des 35 Publikums konfrontiert. Die besondere Herausforderung bei der Beantwortung der Fragen war es, komplizierte medizinische Sachverhalte auf eine für das z.T. wenig gebildete Publikum verständliche Art und Weise zu erklären. Hierzu mussten wir unsere Erklärungen oft sehr weit vereinfachen und herunterbrechen. Es erschien uns jedoch als besonders wichtig, jede Frage konzentriert und für das Publikum nachvollziehbar zu beantworten, da andernfalls immer die Gefahr besteht, das Interesse und die Aufmerksamkeit des Publikums zu verlieren. Anhand eines Beispiels wollen wir hier unsere Strategie bei der Beantwortung der Fragen dokumentieren. Besonders häufig wurden wir gefragt, "warum noch keine wirksamen Medikamente zur Heilung von HIV/AIDS existieren?" Zu Beginn der Kampagne beschränkte sich unsere Antwort auf diese Frage auf den Hinweis, dass Forscher auf der ganzen Welt mit Hochdruck daran arbeiten, einen Wirkstoff zu entwickeln, der eine Heilung von HIV/AIDS ermöglicht. Weiterhin erklärten wir, dass dies leider bisher nicht gelungen sei, da das HI-Virus besonders "intelligent" ist und sich schneller "entwickelt" und verändert, als die Forscher nachvollziehen können. Wir verwiesen jedoch auch darauf, dass das HI-Virus erst seit knapp 25 Jahren bekannt ist und machten am Beispiel der Tuberkulose deutlich, dass die Menschen an manchen Krankheiten Jahrhunderte leiden, bevor ein wirksames Medikament gefunden ist. Aufgrund der vielen Nachfragen wurde uns jedoch schnell bewusst, dass wir in diesem Punkt genauer sein mussten, da der Verdacht in der ghanaischen Bevölkerung, dass HIV von "den Weißen" erfunden wurde, um "die Schwarzen" zu vernichten und ihnen folglich auch ein Gegenmittel vorenthalten wird, weit verbreitet ist. Daraufhin begannen wir, anhand einfacher, mit einem Stöckchen angefertigter, Zeichnungen auf dem Sandboden bzw., wenn vorhanden, auf einer Tafel oder einem Stück Tischlerplatte die Problematik der sich auf Virushülle stetig verändernden Proteine darzustellen.
Zuerst zeichneten wir einen Kreis als Symbol für das HI-Virus, dass dann von einem zweiten Kreis, der Virushülle (bzw. des Gesichts des Virus/"Face" oder "Appearance", um es für das Publikum nachvollziehbarer zu machen), umschlossen wurde. An die äußere Hülle zeichneten wir dann ein symbolisches Medikament, an dessen Entwicklung die Wissenschaftler arbeiten. Erklärend stellten wir dabei fest, dass, bevor die Wissenschaftler ein solches Medikament fertig stellen können, der Virus sich aufgrund seiner besonderen "Intelligenz" schon wieder ein "neues Gesicht" zulegt, was wir anhand eines weiteren Kreises, mit veränderter Hülle, darstellten. An die neue Hülle malten wir das "alte," sich in der Entwicklung befindliche Medikament, um deutlich zu machen, dass es nicht mehr zum "neuen Gesicht" des Virus passen würde. Anhand eines dritten Kreises mit erneut veränderter Hülle und eines weiteren Medikamentensymbols erläuterten wir, dass sich dieser Vorgang ständig und mit großer Geschwindigkeit wiederholt und es deshalb so schwierig für die Wissenschaftler ist, ein wirksames Medikament gegen das HI-Virus zu finden. Natürlich stellt der von uns gewählte Erklärungsansatz eine an sich unzulässige Vereinfachung der tatsächlichen Vorgänge dar. Durch die Visualisierung unserer Erklärungen waren selbige für das Publikum jedoch wesentlich besser nachzuvollziehen und uns wurde in diesem Punkt mehr Glauben geschenkt. |
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